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Beachtliches Niveau (ZEW) - März 2015

Konjunkturerwartungen weiter auf hohem Niveau (O-Ton ZEW)

Die ZEW-Konjunkturerwartungen für Deutschland sind im Januar 2015 im Vergleich zum Vormonat um 1,8 auf 54,8 Punkte gestiegen (langfristiger Mittelwert: 24,7 Punkte). Dies ist der fünfte Anstieg in Folge. Höher notierte der Index zuletzt im Februar 2014. Auch die Einschätzung der konjunkturellen Lage erreicht wieder ein beachtliches Niveau. Der Lagesaldo legt um 9,6 auf 55,1 Punkte zu. Höher stand er zuletzt im Juli 2014.

Mit Werten von knapp über 50 Punkten notieren nun sowohl die Lage- als auch die Erwartungseinschätzung wieder auf dem Niveau von vor einem Jahr. Dies legt die Frage nahe, ob für die kommenden Monate ein ähnlicher Zyklus zu erwarten ist.

Pessimisten werden auf der Suche nach möglichen Ursachen für einen erneuten Abschwung schnell fündig: Die Ukraine-Krise ist weiterhin ungelöst, das Verhältnis zwischen dem Westen und Russland äußerst angespannt, die griechische Staatsschuldenkrise trudelt von einem diplomatischen Säbelrasseln zum nächsten und der Ölpreis dürfte in absehbarer Zeit auch wieder steigen.

Optimisten werden entgegnen, dass die gegenläufige Geldpolitik dies- und jenseits des Atlantiks eine weitere Abwertung des Euros wahrscheinlich werden lässt. Dies dürfte die Exportwirtschaft der Eurozone weiter befördern und könnte durch die sich gleichzeitig verteuernden Importe auch die Inflation in der Eurozone etwas ankurbeln. Gleichzeitig zeigt sich die deutsche Binnenkonjunktur von ihrer besten Seite, mit starker privater Konsumnachfrage und einer – im Vergleich zu einigen europäischen Nachbarn – stabilen Arbeitsmarktentwicklung. Auch der deutsche Aktienmarkt sprintet von einem Höchststand zum nächsten und bringt so die gute Stimmung zum Ausdruck. Ob die Optimisten oder die Pessimisten Recht behalten werden, bleibt indessen abzuwarten.

Quelle: http://www.zew.de (Text gekürzt von Mag. Ralph Gollner)
Publikation: http://ftp.zew.de/pub/zew-docs/frep/aktuell.pdf